|
Nahezu jeder Landstrich in Mitteleuropa ist durch menschliche Aktivitäten geprägt und geformt. Die ehemaligen Naturlandschaften wurden nach den Bedürfnissen ihrer Be-wohner und Nutzer zu Kulturlandschaften gestaltet. Heute geben diese Kulturlandschaften Zeugnis einer Jahrhunderte währenden Geschichte der Region und ihrer Einwohner.

Im besonderen Maße trifft dies auf die zirka 2.000 Hektar große Fläche zwischen den deut-schen Städten Aachen und Herzogenrath sowie der niederländischen Gemeente Kerkrade zu: Die Soers, das Hasenwalder Feld und die Horbacher Börde werden seit Jahrhunderten durch den Menschen bewirtschaftet, so dass sich die heutigen charakteristischen Landschaften entwickelt haben.

Einblicke in die Soers
Die Soers
In der Soers haben die Menschen der Natur einen ganz besonderen Charakter verliehen: In dem ehemaligen Sumpfgelände dominieren Wiesen und Weiden; Hecken und Baumreihen gliedern die Landschaft. In den stadtnahen Bereichen formten schon frühzeitig wirtschaftliche Interessen und kulturelle Bedürfnisse der Anwohner die Natur. Wassermühlen nutzten den Wildbach als Antriebskraft, später prägten die Tuchindustrie und der Bergbau diese Gegend. Aachener Stadtbürger bauten Sommersitze und Gärten in den ehemaligen Hofgütern und pflanzten seltene Baumarten und Alleen, welche die kleinteilige Kulturlandschaft noch vielfälti-ger machten. So entstand die heutige Soers, deren landschaftlicher Reiz viele Besucher an-zieht.
 Ausblicke über die Horbacher Börde
Die Horbacher Börde
Seit langem werden die fruchtbaren Böden der Horbacher Börde landwirtschaftlich genutzt. Alte Dorflagen und Hofgüter, historische Wegebeziehungen sowie Wegekreuze erzählen die Ge-schichte dieser Region. Über die Jahrhunderte entstanden hier die charakteristischen weiten Feldfluren und große, weithin einsehbare Äcker.
Hasenwalder Feld
Zwischen der kleinteilig strukturierten Soers und der Weite der Horbacher Börde liegt das Ha-senwalder Feld. Im Umkreis der alten Ortschaft Berensberg finden sich hier mit den alten Hof-gütern und Resten gärtnerisch gestalteter Landschaft besondere Anziehungspunkte.

Impressionen vom Hasenwalder Feld
Landwirtschaft und Erholung mitten in städtischem Gebiet
Die Soers, das Hasenwalder Feld und die Horbacher Börde werden heute von dicht bebauten Gebieten umgeben. In einem Umkreis von zwei Kilometer leben hier rund 160.000 Menschen – die auch nach nah gelegenen Erholungsmöglichkeiten suchen.
Die beschriebenen landwirtschaftlichen Flächen liegen somit nicht außerhalb der Städte, sondern stellen eher eine große Freifläche innerhalb der bebauten Bereiche dar. Bislang wird das gesamte Gebiet jedoch eher als „Stadtrand“, als schlecht erschlossene landwirtschaftliche Flä-che, wahrgenommen. Sie verfügt scheinbar nur über wenige Qualitäten für die Naherholung. Ein genauerer Blick zeigt aber Überraschendes: wahre Schätze können entdeckt werden. .
Ein Landschaftspark der heutigen Zeit
Hier setzt das Konzept des Pferdelandparks an, das die Städte Aachen, Herzogenrath und Kerkrade seit 2004 im Rahmen der EuRegionale 2008 gemeinsam entwickelt und umgesetzt haben. Der dem Pferdelandpark zu Grunde liegende Masterplan des Münchener Stadtplanungsbüros Janson + Wolfrum zeigt, dass die Landschaft zwischen Aachen, Herzogenrath und Kerkrade bereits hohe ästhetische Qualitäten und vielfältige Erholungsmöglichkeiten besitzt. Die Landschaft wird schon durch die Umsetzung kleiner Maßnahmen als Park erlebbar: Wenn die Zugänglichkeit verbessert wird; Wenn ausreichend Wege für verschiedene Nutzer wie Radfahrer oder Spaziergänger geschaffen werden; Wenn architektonische und künstlerische Veränderungen hinzu gefügt werden; Während die überwiegenden Flächen weiterhin landwirtschaftlich genutzt bleiben, wird durch die wenigen punktuellen und linearen Eingriffe der gesamte Landschaftsraum zum Parkerlebnis.
|