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Im Mittelpunkt der Ausstellung Echolot im Ludwig Forum für Internationale Kunst stand eine künstlerische Entdeckungsreise durch den Aachener Norden. Spannend war es für Lehrende und Studierende der RWTH Aachen, der Fachhochschule Aachen und der Academie Beeldende Kunsten Maastricht die zumeist unbekannten Areale und geheimnisvollen Relikte dieser Landschaft aufzuspüren.

Der Moment des Abdrucknehmens; daneben der gegossene Abdruck
Das Hauptaugenmerk der Ausstellung bildeten Naturbeobachtungen und Exponate, die dem morbiden Charme verfallener Industriearchitekturen gewidmet sind. Die Entwurfsmuster der Natur, aber auch die Muster technischer und architektonischer Elemente inspirierten die von Prof. Michael Schulze angeleiteten Studenten der RWTH zu einem monumentalen dreiteiligen Relief aus Gipsabdrücken. Aus den zu Büchern gebundenen Skizzen und Fundstücken entstand zugleich eine im Halbrund gestaltete Bibliothek.
Marlieke Meyer und Janine Berben von der Maastrichter Akademie beschäftigten sich mit den entlang der Bachläufe gelegenen Brachen der Tuchindustrie des 19. Jahrhunderts.
Im Druckgraphischen Seminar der RWTH von Gazmend Kalemi entstanden in klassischen Techniken ausgeführte Graphiken. Epischen Landschaftsdarstellungen der Soers standen Blicke in dunkle Innenräume verlassener Werkshallen gegenüber.
Die Radierungen von Miriam Humer entführen dagegen in die filigrane Welt der Gräser- und Wiesenblumen, die die heimischen Wegesränder säumen.
Die zahlreichen Funde von Knöpfen in der Soers, die auf die früher übliche Nutzung von Agrarland als Halde und als Schuttplatz für die Trümmer des 2.Weltkriegs verweisen, bildeten die Basis der Wandinstallationen „Knopfgeschichten“ und „Trümmerwesen“ von Barbara Brouwers und Petra Kather.
Eine weitere Besonderheit der Soers war die Jahrhunderte währende Tradition der Gärtnerbetriebe. Sie kam in der Serie inszenierter Fotografie von Prof. Ilka Helmig und ihrem Seminar der FH Aachen zum Ausdruck, in der die skurrilen Bauten der Kloster-Gewächshäuser den Hintergrund für eine bizarre Dramaturgie bildeten.

v.l.n.r.: Bildbearbeitung von Lisa Yamaguchi, "Landschaft bei Hubbelrath" von Gerhard Richter, Stockheider Mühle (das zukünftige Tuchwerk)
Auch zwei Video-Arbeiten befassten sich mit der Region: so unterlegte von Sandrien Wansink der Maastrichter Akademie in ihrer Sound-Videoinstallation die mit den Jahreszeiten wechselnde Naturidylle durch das gleichmäßig lärmende Geräusch der Stadtautobahn, dem Merkmal einer Landschaft in Stadtnähe. In seinem Zeichentrickfilm griff Kamil Keister der FH Aachen scherzhaft den Aachener Teufelsglauben auf und unterzog den Aachener Lousberg einer überraschenden Metamorphose. Ein zweiter Zeichentrickfilm zeigt die verhängnisvolle Kollision zwischen der schützenswerten Vogelwelt und dem beliebten Aachener Breitensport in der Soers.
Die künstlerischen Ergebnisse wurden vom 21. Juni – 24. August 2008 im Ludwig Forum für Internationale Kunst ausgestellt. Der Katalog zur Ausstellung ist im Museumsshop erhältlich oder im Buchhandel zu bestellen (ISBN 3-929292-45-9).
 Radierung, Ansicht der Soers aus der Echolot-Ausstellung
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